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 Betreff des Beitrags: Neu-Anfang im Freihafen von Neu-Seeburg
BeitragVerfasst: 9. Apr 2018, 17:48 
Thorwaler Säbelrassler
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16.bis 18. Friskenmond 2668 - Neu-Anfang im Freihafen von Neu-Seeburg

Schon als die ersten Gerüchte aus dem Vereinigten Königreich Ahornbach über die Neugründung einer Stadt in der Nähe von Blattberg, mit eigenem Freihafen an das Ohr von Hetmann Raudabjoern gedrungen waren, war er hellhörig geworden.

Nach der hastigen Flucht aus Neu-Hjaldingard waren die wenigen übrigen Schiffe der Walwut-Ottajasko wie See-Nomaden durch die Länder gereist. Ohne Heimathafen, und ohne festes Ziel, waren sie einen Sommer lang hierhin und dorthin gesegelt, immer auf eine Gelegenheit auf Sold und Silber lauernd. Schließlich errichteten sie ein freudloses Winterlager in einem verlassenen Landstrich einer unbekannten Küste.
Die Thorwaler hatten zwar die nähere Gegend erkundet, und ebenfalls verlassen vorgefunden, aber ganz geheuer war ihnen dieser Landstrich nicht. Hier wollten sie auf keinen Fall länger bleiben, als unbedingt notwendig.

Da kamen Ihnen die Gerüchte aus Neu-Ahornbach recht. Sie hatten schön früher für die Barone des Vereinten Königreichs Ahornbach gekämpft, und hatten Freunde in Blattberg, einer kleinen Freistadt innerhalb des Königreiches.
Kaum daß die Eiseskälte des Winters etwas gewichen war, segelte Hetmann Raudabjoern mit einer kleinen Schar los, und landete an dem neuen Freihafen Neu-Seeburg an.

Anders als sonst bewahrheiteten sich die Gerüchte nicht nur, sie waren sogar noch untertrieben. Man plante tatsächlich eine neue Stadt mit einem steuerfreien Hafen, und die Thorwaler waren einige der ersten, die sich die besten Plätze sichern konnten.
Schnell begannen der Schmadding Argoyle und Hetmann Raudabjoern die Verhandungen mit dem dortigen Präfekten des Landstrichs, um ein Stück Land am Hafen zu kaufen, und sich einen Liegeplatz im Freihafen zu sichern.
Der Präfekt hatte ein gutes Auge für die Bedürfnisse einer schnell wachsenden Stadt, und hatte keine Einwände, als die Thorwaler ihm vorschlugen, auf der Parzelle am Hafen zusätzlich zum geplanten Langhaus, auch eine Taverne und ein ordentliches Hurenhaus zu errichten.
Zu einem sehr günstigen Preis vergab der Präfekt ihnen die Schank- und Freudenhaus-Lizenzen.

Mit ordentlich besiegelten Dokumenten, und vielen geknüpften Kontakten zu anderen Händlern und Landerwerbern kehrte Hetmann Raudabjoern zu seinen Leuten im Winterlager zurück und verkündete, daß sie endlich wieder eine neue Heimat gefunden hatten.



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 Betreff des Beitrags: Re: Neu-Anfang im Freihafen von Neu-Seeburg
BeitragVerfasst: 13. Apr 2018, 12:41 
Thorwaler Säbelrassler
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Hafen von Neu-Seeburg von Remo

Kurzinformation:
• Ankunft der Thorwaler in Neu-Seeburg

Die beiden Jungen saßen am Pier, ließen ihre vom Straßenschlamm verdreckten Füße über die Brüstung baumeln und angelten mit ihren selbstgebauten Ruten im Hafenbecken nach Krabben. Die Jungen waren geschickt und verstanden ihr Handwerk. In einem alten Holzeimer, der halbgefüllt mit Wasser neben den Jungen stand, warteten bereits ein halbes Dutzend Krabben auf den abendlichen Kochtopf. „Du Falk!“ – „Hmm.“ der angesprochene Junge wendete seinen Blick vom Ende seiner Angelrute zu seinem Freund. „Du Falk, sag mal, was sind das für Schiffe die da hinten in den Hafen einlaufen? Solche Schiffe habe ich hier in Neu-Seeburg noch nie gesehen.“ Der Junge mit Namen Falk richtete seinen Blick auf die Hafeneinfahrt, die Tiefstehende Sonne blendete ihn und so schützte er seine Augen mit seiner Hand. Lange beobachtete er die beiden ungleichen Schiffe die sich stetig dem Pier näherten. Das eine Schiff war lang und schmal. Er konnte 18 Ruder auf der Backbord-Seite zählen.
Falk kannte den Unterschied zwischen Back- und Steuerbord und war mächtig stolz auf sein Wissen. Das Schiff musste also Platz für 36 Ruderer haben. Es befanden sich aber weit mehr Männer an Bord, da die Ruder im stetigen Takt ins Wasser tauchten aber weitere Männer an der Reling standen und zum Pier blickten. Das andere Schiff war wesentlich breiter, wenn auch genauso lang wie das erste Schiff. Es hatte aber nur 10 Ruderplätze auf jeder Seite. Die Ruder waren jedoch länger und dicker und auf jeder Ruderbank konnte Falk zwei Männer entdecken. Auch auf diesem Schiff tummelten sich weitere Menschen an der Reling und auf den Aufbauten. Hier schien die Besatzung neben den Ruderern ausschließlich aus Frauen und Kinder zu bestehen. Als die Schiffe so nah waren, dass die Jungen mit Leichtigkeit einen Kiesel an Deck hätten werfen können, entdeckten sie sogar Schweine, Schafe und Gänse an Bord. „Solche Schiffe habe ich noch nie gesehen Tobi, sagte Falk“ und betrachtete weiterhin gebannt das Geschehen. „Das Jungs, sind Drachen!“ Erschreckt fuhren die beiden herum und beinahe hätte Tobi seine Angelrute fallengelassen. Sie sahen in das freundliche Gesicht eines älteren Mannes. Er hatte schulterlange, lockige Haare und einen vollen Bart. Haare und Bart waren grau und welche Farbe sie mal gehabt hatten ließ sich nur noch sehr schwer erahnen. Seine Augen blitzen und hatten eine beruhigende braune Farbe. Auf seinen Wangen erschienen freundliche Grübchen als er die Kinder anlächelte. Er zeigte auf die Schiffe:
„Das schlanke da vorn ist die „sinkefree too“, ein wunderbares Drachenboot, ein richtiges Kriegsschiff und das Andere ist die „Fette Seekuh“, eine Knorr, ein Handelsschiff.
Ein zweiter Mann gesellte sich zu ihnen. Er war hoch gewachsen, seine Kleidung war sauber und von ausgezeichneter Qualität. Er hatte kurzgeschorene Haare und einen dichten, vollen Bart der wohl ein sattes rot gehabt haben musste, doch jetzt ins weißliche wechselte.
Um seinen Hals trug er einen schweren Reif und seine Daumen hatte er in seinen Gürtel gehackt. Die Jungen erkannten an der linken Hand einen Armreif aus funkelndem Gold.
„Sie sind endlich angekommen, Harald“ sagte der Rotbart. „Ja, das sind sie Hetmann!
Hoffen wir, dass uns diese Heimat länger willkommen heißt als unsere Letzte.“



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 Betreff des Beitrags: Re: Neu-Anfang im Freihafen von Neu-Seeburg
BeitragVerfasst: 13. Apr 2018, 12:41 
Thorwaler Säbelrassler
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Zur selben Zeit in Blattberg von Remo

Kurzinformation:
• Umzug von Blattberg nach Neu-Seeburg
• Aufnahme des Wollhandels

„Das war der letzte Wollsack Olaf.“ Der Mann, im mittleren Alter hatte kurze, dunkelblonde Haare. In seinem Vollbart zeigten sich bereits erste graue Strähnen. Er war wohl genährt und seine Kleidung von guter Art. Er hatte mit einem jüngeren Mann gesprochen, welcher hoch oben auf einem Ochsenkarren Ladung verstaute. Man konnte Werkzeuge, Töpfe und andere Dinge des täglichen Lebens erkennen, der Großteil der Ladung bestand jedoch aus Säcken voller Schafswolle. Die Wolle war aus dem letzten Jahr und hätte schon längst verarbeitet werden können, doch Argoyle hatten den Wollhandel sträflich vernachlässigt.
Er ärgerte sich jedoch nicht. Ein Großteil der Wolle würde zum Dämmen der Holzhäuser in Neu-Seeburg benötigt werden und der kleine Rest würde in den Familien verteilt werden.
Argoyle betrachtete das Langhaus, die Ställe und die große Scheune. Es war nun fast ein Jahrzehnt her, dass er zur Anerkennung seiner Dienste dieses Stück Land bekommen hatte.
Er hatte im Waffendienst der Gilde „Talos“ gestanden. Diese hatte für den König von Ahornbach gewisse Aufgaben erfüllt. So hatte Argoyle im Nebelmoor gegen Vampire gekämpft. An der östlichen Grenze gegen Orks und er hatte sogar eine Expedition in den Süden zu einem „vergessenen Turm“ begleitet. Doch all diese Abenteuer lagen nun lange zurück. Der Präfekt von Neu-Seeburg hatte ihnen ein wohlwollendes Angebot unterbreitet welches sie nicht ablehnen konnten. Neu-Seeburg sollte bevölkert werden und dazu benötigte er den richtigen Menschenschlag. Sie hatten Bauland in der unmittelbaren Nähe des Hafens erworben und das Recht eine Taverne und ein Hurenhaus zu führen. Dafür hatten sie ihre Bürgerrechte in Blattberg aufgegeben und waren nun Bürger im Freihafen von Neu-Seeburg geworden. Der Handel war gut und die Entscheidung des Hetmann schnell getroffen.
Man gab das Land in Blattberg auf und siedelte um, nur das Wollhandelsrecht hatte man in Übereinstimmung mit dem Herren Karakas von Blattberg behalten. Nun würde sie ihr Weg regelmäßig zur Schafschur nach Blattberg führen. Ein letztes mal schaute Argoyle auf den Hof. Eine neue Familie würde hier eine Heimat finden, dass hatte ihnen Karakas versprochen. Argoyle stieg auf den Wagen. Olaf reichte ihm die Zügel. Ein leichter Schlag mit der Rute und die beiden Zugochsen setzten sich langsam in Bewegung.



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 Betreff des Beitrags: Re: Neu-Anfang im Freihafen von Neu-Seeburg
BeitragVerfasst: 13. Apr 2018, 12:42 
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Neu-Seeburg, Lager der Thorwaler von Remo

Kurzinformation:
• Aufbau einer Zeltstadt im Lager der Thorwaler
• Beginn mit den Vorbereitungen zur Baustelle
• Beginn mit der Gewinnung von Bauholz gemäß Vertrag
• Absteckung der Bauparzelle für das Langhaus
• Zwischenspiel – „Ein Brief“

Sie schlich zwischen den Kisten und Fässern am Kay entlang. Er musste hier irgendwo sein. Er würde ihr nicht entkommen. Sie nutzte jede sich bietende Deckung geschickt aus und versuchte dabei möglichst leise zu sein. Ein rumpeln, sie verharrte wie eine Katze auf der Jagd. Dort vorne hinter dem Eichenfass musste ihr Opfer kauern. Sie konnte ihn fast riechen. Langsam, Fuß für Fuß vorwärtssetzend schlich sie sich an. Jetzt war sie hinter dem Fass.
Sie konnte ihn atmen hören, jetzt hatte sie ihn! Sie spannte sich an und sprang: „Hab dich, du bist dran!“ Tobi schrie auf: „Ahh, Lili, du hast mich fast zu Tode erschreckt!“ Das Mädchen lächelte Keck und legte ihre Hände auf die Hüften: „Dann musst du besser aufpassen. Hier im Hafen kannst du dich nicht vor mir verstecken!“ Tobi hatte mittlerweile seinen Schreck überwunden und betrachtete das Mädchen. Sie hatte sehr helles Haar und eine helle Haut.
Auf ihrer Nase und auf den geröteten Wangen hatte sie kleine Sommersprossen. Doch das bemerkenswerteste waren ihre Augen. Sie waren leicht mandelförmig und erinnerten an die Norbarden im hohen Norden an den Ausläufern der Tundra und Eiswüste. Das Mädchen betrachtete ihrerseits den Jungen: „Wer zuerst im Lager ist“ schrie sie und rannte unter lautem Geheul los. Wenige Augenblicke später folgte ihr der Junge auf dem Fuße.

Die Nordleute hatten in den wenigen Tagen nach ihrer Landung eine regelrechte Zeltstadt errichtet. Zwischen den Zelten liefen ein Dutzend Gänse wie es ihnen gefiel und rupften das noch spärliche Frühlingsgras aus der Erde. In einem kleinen Weidenzaungatter grunzten drei fette Schweine vor sich hin und in einem Nebengatter lag ein gewaltiger Eber. Der Eber hatte einen eisernen Ring durch die Nase getrieben ähnlich wie man es bei Zuchtbullen machte.
Falk konnte sich noch gut an die abenteuerliche Verladung des großen Tieres erinnern.
Vier Männer, zwei von jeder Seite, hatten den Eber mit ihren großen Rundschilden in die Zange genommen, während ein fünfter man den Nasenring des Ebers mit einem langen Haken angelte um das kräftige Tier „handzahm“ zu machen. Der Eber hatte die ungewollte Prozedur nicht kampflos über sich ergehen lassen. Kaum hatten die Männer das Tier auf den Steg geführt, da drückte es seinen gewaltigen Leib nach Steuerbord und verfrachtete zwei der fünf Männer ins Hafenbecken. Das allgemeine Gelächter der Umstehenden war so groß gewesen, dass sich der Mann mit dem Haken plötzlich ganz alleine mit dem Eber befand.
Das Ende vom Lied waren ein paar zerbrochene Krüge, ein umgestürztes Zelt und etliche blaue Flecken auf Seiten der Thorwaler gewesen. Doch die Nordleute schienen solche „Unglücke“ ausgesprochen gelassen zu betrachten. Noch Tage später erzählten sie Geschichten über den „wilden Eber“, sparten nicht an Spott aber auch nicht an Lob für die beteiligten Männer und Frauen. In der Zwischenzeit hatte das Lager der Nordleute eine feste Struktur gewonnen. So gab es zwar gut erkennbar mehrere Familienverbünde innerhalb des Lagers, doch wurden die meisten Arbeiten gemeinschaftlich oder zumindest für die Gemeinschaft ausgeführt. Wie selbstverständlich hatten sich Gruppen gefunden welche sich um die Tiere, um die Verpflegung oder um den Beginn der Bauarbeiten kümmerten.
Vorgestern hatte eine Gruppe der Nordmänner Neu-Seeburg in Richtung Osten zu den naheliegenden Wäldern verlassen um Bauholz zu schlagen. Eine andere Gruppe hatte ein gewaltiges Rechteck mit Hölzern und Seilen abgespannt. In regelmäßigen Abständen begannen sie tiefe Löcher in den Boden zu graben. „Von hier Oben sieht der Bauplatz wie ein riesiges Spielbrett aus!“ Falk schaute nach oben. Tronde hatte einen Berg aus Holzkisten erklommen und betrachtete in Feldherrenmanier das „Schlachtfeld“ vor ihm. Tronde war der Sohn des Hetmann Raudabjoern. Da der Hetmann furchtbar wichtig war, er gehörte zu den wenigen Nordleuten welche nicht arbeiteten sondern mehr oder weniger den Tag damit verbrachten den Fortgang der Bauarbeiten zu betrachten oder Bier aus einem großen Humpen zu trinken. Wenn also der Hetmann sowas wie ein König war, so musste Tronde mindestens ein Prinz sein dachte Falk. Ein Prinz mit Flicken auf der rot/gelb gestreiften Hose.
„Komm hoch Falk, von hier Oben können wir viel besser beobachten wie das Langhaus gebaut wird…“



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 Betreff des Beitrags: Re: Neu-Anfang im Freihafen von Neu-Seeburg
BeitragVerfasst: 13. Apr 2018, 12:43 
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Von Blattberg nach Neu-Seeburg von Andreas

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• Rückreise von Blattberg nach Neu-Seeburg

Nach tagelangem sitzen auf dem Kutschbock tat Olaf der Hintern weh und ihm war langweilig. Es war bisher nichts passiert, keine Räuber die sie abwehren mussten, keine Wegelagerer noch nicht einmal eine kleine rotte Orks war ihnen über den Weg gelaufen.
„Argoyle – wann sind wir endlich da, mir ist langweilig von dem ewigen rum sitzen und es passiert nichts“ Argoyle lachte sanft. „Genieß die Ruhe Schwager! Wir könnten wesentlich schlechter Reisen. Hatten wir gestern nicht ein Dach über den Kopf und ein ordentliches Abendmahl bei anständigen Bauersleuten? Und das Ganze für ein paar Geschichten und Neuigkeiten aus Neu-Seeburg und Blattberg“. Olaf nickte: „Da hast du ja recht.
Ich frag mich ob alle gut angekommen sind? Wie lange werden wir noch unterwegs sein?“
Als sie aus dem kleinen Wald heraus waren hielt Argoyle den Karren an und schaute zur Sonne: „Lass uns etwas essen die Sonne steht hoch am Himmel und wir haben noch etwas Weg vor uns.“ Sie setzten sich in das hohe Gras am Wegesrand und schauten einen leichten Hügel hinunter. Es wehte eine leichte warme Briese die den Sommer ankündigte.
Im Wald hörten sie viele verschiedene Vögel die abrupt still wurden als ein Adler am Himmel seine Kreise zogen. Sie teilten sich ihre Vorräte gut ein und aßen ein wenig Brot und von der harten geräucherten Wurst. Argoyle holte seine Karte raus, um zu sehen wo sie waren.
„Wenn mich nicht alles täuscht müssten wir hier sein.“ Er zeigte auf einen Punkt zwischen Blattberg und Neu-Seeburg. „Wenn wir weiter so gut vorrankommen müssten wir morgen zur Tages Mitte ankommen“. „Na dann eben noch eine Nacht im freien“ meinte Olaf nicht ganz glücklich. Ihr Weg führte sie noch einige Zeit über freies Gelände bis der weg sich teilte,
der linke Pfad führte in einen Wald, der rechte ging am Waldrand entlang und verlor sich irgendwo in den Hügeln. Argoyle nahm die Karte zur Hand. „Hmm, der Weg ist nicht eingezeichnet, aber ich würde sagen wir müssen nach Backbord. Der andere Weg führt Richtung Norden.“ So folgten sie dem Pfad in den Wald. Die Bäume wurden immer dichter und der Weg wurde matschiger, es hatte hier wohl vor kurzem geregnet, ein paar abgebrochene Äste lagen auf dem Weg aber diesen konnten sie gut ausweichen.
Durch das dichte Blätterdach konnte Olaf die Sonne kaum sehen und es war recht dunkel geworden. Daher suchten sie eine gute Stelle um den Karren auf einen festen Untergrund zu stellen, damit er nicht auf dem matschigen Weg stecken blieb.

Die Nacht war ruhig, der neue Tag begrüßte sie mit einem schummrigem Licht und Vogelgezwitscher. Nach einem schnellen Essen aus ihren schwindenden Vorräten machten sie sich wieder auf den Weg. Olaf döste die ganze Zeit vor sich hin, doch plötzlich hörte er eine Axt die zu schlug. Er dachte das sei aus seinem Traum. Doch da hörte er es wieder, das war kein Traum. Da schlug eine Axt zu, nein mehrere. Olaf war sofort wach und griff nach seinem Schild und seiner Axt, um sich zu verteidigen. Aber er hörte keinen Lärm wie es bei einem Kampf üblich ist. Da war etwas anderes noch zu leise um es zu verstehen aber als sie näher kamen erkannte Olaf die Stimme des Hetmanns sofort.

„Ja, wenn die Thorwaler singen und die Klampfen klingen
Und die Madels fall'n drauf rein, diese dummen Dinger!
Was kann das Leben, schöneres geben, wir wollen freie Nordleut' sein!“

„Wir haben es geschafft, wir sind da“ sagte Argoyle glücklich. Als sie aus dem Wald heraus kamen sahen sie die ersten Freunde beim Holz schlagen und begrüßten sie.
Argoyle lenkte den Karren zu einer Ansammlung von Zelten wo das rot/gelbe Banner wehte.



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 Betreff des Beitrags: Re: Neu-Anfang im Freihafen von Neu-Seeburg
BeitragVerfasst: 13. Apr 2018, 12:44 
Thorwaler Säbelrassler
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Zwischenspiel – „Namenstag“ von Remo

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• Nur für den aufmerksamen Beobachter

Die Nordleute hatten für den Tag ihre Werkzeuge aus der Hand gelegt und hatten sich um das große Kochfeuer in der Mitte des Lagers versammelt. Man saß dicht zusammen auf Fellen, Kisten oder Fässern wie man gerade Platz gefunden hatte. Nur der Hetmann und sein Weib saßen auf großen Holzstühlen welche mit Schafsfellen ausgepolstert waren. Falk hatte sich zu Tronde auf ein dickes Fell neben dem „Thron“ des Hetmanns gesetzt und löffelte wie alle anderen einen kräftigen Eintopf aus einer einfachen Holzschale. Mit vollem Mund sagte der Hetmann „Mädels, euer Eintopf ist mal wieder richtig lecker, nie hab ich den ollen Gockel lieber gemocht als mit Rüben und Zwiebeln, das wohl – bei Swafnir!“ „DAS WOHL – BEI SWAFNIR!“ schrien alle Nordleute und griffen nach ihren Krügen. Auch Falk ergriff seinen Humpen. Vorsichtig roch er an dem Getränk. Er schaute zu Tobi welcher bei den jüngeren Kindern der Ottajasko saß und genauso an prostete wie es die Erwachsenen taten. Nur hatte Tobi Ziegenmilch in seinem Becher, wie Falk an dem Milchbart in seinem Gesicht unzweifelhaft erkennen konnte. Er aber hatte vom Hetmann Bier bekommen. Sein erstes Bier wie er zugeben musste und er hatte etwas Angst was seine Mutter mit ihm anstellen würde wenn sie erfuhr, dass er bei den Nordleuten richtiges Bier getrunken hatte. „Was ist mit dir Junge, schmeckt dir das Bier nicht?“ Der Hetmann hatte sich seitlich aus seinem Stuhl gebeugt und betrachtete den Jungen. „Oder bist du noch ein Milchtrinker, was?“ Er lachte laut auf. Ein Milchtrinker er? Nein, dass wollte Falk nicht auf sich sitzen lassen. Schließlich war er schon zwölf Jahre alt und damit vier Jahre älter als sein Bruder Tobi. Beherzt griff er den Krug und trank in einem Zug. Schaum bildete sich zuerst in seinem Mund, dann in seiner Nase und zum Schluß dachte Falk selbst aus seinen Ohren würde der Schaum des Bieres herausfließen. Prustend senkte er den Krug und versuchte wieder Luft zu bekommen. Wenige Augenblicke später glaubte Falk zu fliegen. Er wurde emporgehoben und fand sich 1,5 Schritt über den Boden. „Seht euch den Jungen an,“ brüllte der Hetmann und schwenkte Falk dabei im Kreis damit alle ihn sehen konnten. „Mit einem einzigen Zug hat der Junge seinen Humpen geleert.“ Er setzte Falk ab und legte ihn die rechte Hand auf die Schulter.
„Ab jetzt hast du einen Namen Junge. Einen richtigen Namen, mein Junge. Ab jetzt heißt du Stürz den Becher oder wie wir Thorwaler sagen: „Störtebecker!“, Falk „Störtebecker, das wohl – bei Swafnir!“ „DAS WOHL – BEI SWAFNIR“ schrien die Nordleute und erhoben sich um auf den Jungen anzustoßen. „Schlagt die Fässer an Leute, heut wird gefeiert, heute ist Namenstag!“

Als es dämmerte schritten zwei Frauen, ein kleiner Junge und ein riesiger, junger Mann durch die Gassen des Hafens von Neu-Seeburg. Die Frauen reichten dem Mann vom Körperwuchs gerade einmal bis zu den Schultern und es handelte sich unzweifelhaft um Nordleute, wie an den rot/gelb gestreiften Schürzenkleidern der Frauen und der Hose des Mannes zu erkennen war. Der Mann trug einen schnarchenden Halbwüchsigen in seinen Armen. „Da drüben in der Hütte wohnen wir Katla.“ Tobi zeigte mit der Hand auf eine windschiefe Fischerhütte welche ihre besten Tage bereits lange hinter sich hatte. Die Hütte erweckte den Eindruck, als würde sie nur noch von der abblätternden Farbe zusammengehalten. Die angesprochene Frau blickte in die ihr gewiesene Richtung. Sie trug ihre weißblonden Haare zu zwei seitlichen, geflochtenen Zöpfen. Auch sie hatte die typisch helle Haut der Nordleute und blaue Augen. An ihrem Gürtel hingen zwei große, geschmiedete Truhenschlüssel, ein Fischmesser, ein Dolch und mehrere Gürteltaschen. Um den Hals trug sie eine kunstvoll gefertigte Kette mit einer Walfluke aus Bronze und um ihr rechtes Handgelenk einen bronzenen Armreif mit zwei Drachenköpfen. „Das ist euer Haus, Tobi?“ fragte sie. „Und wer wohnt mit euch darin?“
„Nur noch Mutter, Großmutter, Falk und ich,“ antwortete der Junge. „An Großvater kann ich mich gar nicht mehr erinnern und Vater ist vor zwei Jahren auf dem Meer geblieben.“
Die Frau nickte, dann wendete sie sich ihrer Gefährtin zu: „Was denkst du Travialieb?“
Die angesprochene Frau runzelte ihre Stirn. Sie war etwas größer als Katla, hatte dunklere Haare welche aber auch zu Zöpfen geflochten waren. „Ich sag mal so, in der Hütte willst du nicht mal deinen Hund schlafen lassen, oder?“ dabei stemmte sie empört ihre Hände seitlich auf die Hüften. „Die Hütte gehört mal anständig repariert, das wohl!“



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